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Die vier Risikoklassen des EU AI Act

Die KI-Verordnung (EU) 2024/1689 regelt KI-Systeme risikobasiert: Je höher das Risiko für Menschen, desto strenger die Pflichten. Dieser Leitfaden erklärt vier vereinfachte Spielzonen – verboten, Hochrisiko, Transparenz und minimales Risiko – mit Beispielfällen aus dem interaktiven Trainer AI ACT BLITZ. Maßgeblich ist immer die jeweils anwendbare Fassung der Verordnung, inklusive Übergangsfristen; diese Seite ersetzt keine Rechtsberatung.

Ein Lernleitfaden von Helmut Auerbach, Mag. iur., CIPP/E.

Die Spielzonen sind eine Lernhilfe, keine vier abschließenden rechtlichen Schubladen. Transparenzpflichten können etwa neben Hochrisikopflichten gelten. Für eine reale Einordnung zählen der konkrete Verwendungszweck, die Rolle der Beteiligten und gesetzliche Ausnahmen.

🔴 Verbotene Praktiken (Art. 5)

Bestimmte KI-Praktiken sind in der EU grundsätzlich untersagt – etwa weil sie in die Entscheidungsfreiheit oder Würde eingreifen. Das Verbot gilt seit dem 2. Februar 2025. Verstöße können mit bis zu 35 Mio. € oder 7 % des weltweiten Jahresumsatzes geahndet werden (Art. 99).

Typische Beispiele aus dem Trainer:

🟠 Hochrisiko (Art. 6, Anhänge I und III)

Hochrisiko-Systeme sind erlaubt, aber mit umfangreichen Pflichten: Risikomanagement, Datenqualität, technische Dokumentation, menschliche Aufsicht und mehr. Betroffen sind unter anderem Bewerbungsverfahren, Kreditvergabe, Bildung, Justiz und kritische Infrastruktur.

🟡 Transparenzpflichten (Art. 50)

Für bestimmte KI-Systeme und Inhalte bestehen Informations- oder Kennzeichnungspflichten – beispielsweise bei der Interaktion mit Chatbots oder bei Deepfakes. Art. 50 unterscheidet dabei nach Rolle und Anwendung und enthält Ausnahmen. Transparenzpflichten können zusätzlich zu Hochrisikopflichten bestehen.

🟢 Minimales Risiko

Viele alltägliche Anwendungen, etwa einfache Spamfilter oder KI-Spielgegner, können im konkreten Verwendungszweck außerhalb der Verbote und Hochrisikoeinstufung liegen. „Minimal“ heißt aber nicht „unreguliert“: Datenschutz und sonstige Gesetze gelten weiterhin.

Im Original nachlesen

Grundlage: Verordnung (EU) 2024/1689 auf EUR-Lex, insbesondere Art. 5, 6, 50 und die Anhänge I und III. EUR-Lex verlinkt auch die jeweils aktuelle Fassung. Die Beispiele sind Lernfälle; prüfe bei praktischen Entscheidungen die geltenden Vorschriften und Anwendungsfristen.

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